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Ausschnitt der Überschrift aus dem Artikel RZ Wirtschaft

Starke Partner für die Wirtschaft.

„Wir Unternehmer müssen uns zu Wort melden“. In der aktuellen Ausgabe der RZ WIRTSCHAFT wurde unsere Geschäftsführerin Melanie Junglas-Mummert in ihrer Funktion als Regionalvorsitzende der FAMILIENUNTERNEHMER Mittelrhein portraitiert und sprach über ihr ehrenamtliches Engagement, die Arbeit des Verbands sowie die Herausforderungen des Mittelstands.

Sie beantwortet die Fragen zum Verband „Die Familienunternehmer“, gibt Einblicke in aktuelle Herausforderungen und zeigt, warum eine starke Stimme für den Mittelstand so wichtig ist.

Wer sind „Die Familienunternehmer“?

DIE FAMILIENUNTERNEHMER sind der führende Verband für Eigentümerinnen und Eigentümer familiengeführter Unternehmen in Deutschland. Seit 1949 vertritt unser regional und bundespolitisch aktive Verband die Interessen des unternehmerischen Mittelstands – branchenübergreifend, generationenverbindend und mit starker Stimme in Politik und Gesellschaft.

Was ist Sinn und Zweck Ihrer Organisation?

Zweck des Verbands ist es, die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für Familienunternehmen zu verbessern. Was viele nicht wissen: 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind familiengeführt. Rund 60 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland sind in Familienunternehmen tätig. Im Verband geht es um die Förderung von Unternehmertum, Eigenverantwortung und marktwirtschaftlicher Ordnungspolitik – stets mit Blick auf nachhaltiges Wirtschaften und generationenübergreifende Verantwortung.

Welche Ziele verfolgt Ihre Organisation? Was liegt ihr besonders am Herzen?

Im Zentrum steht bei uns die Stärkung der unternehmerischen Freiheit. Der Verband setzt sich für faire Wettbewerbsbedingungen, Bürokratieabbau, eine zukunftsfähige Steuerpolitik und eine leistungsorientierte Bildungspolitik ein. Besonders am Herzen liegt den Familienunternehmern die Wertschätzung des Unternehmertums in der Gesellschaft und die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Die Zielgruppe sind aktive Unternehmerinnen und Unternehmer, die Eigentümer ihres Unternehmens sind und Verantwortung für mindestens zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Innovation und Standortentwicklung übernehmen. Ob Handwerksbetrieb, Hidden Champion oder Industrieunternehmen – entscheidend ist die unternehmerische Führung in Familienhand.

Welche Bedeutung hat Ihre Organisation für die Region?

In der Region Mittelrhein ist der Verband eine starke Stimme für den Mittelstand. Er vernetzt Unternehmerpersönlichkeiten, fördert den Austausch auf Augenhöhe und bringt regionale Anliegen in den politischen Diskurs ein. Damit trägt er zur wirtschaftlichen Stabilität, Innovationskraft und Arbeitsplatzsicherung in der Region bei.

Welche Themen bewegen Ihre Mitglieder aktuell?

Aktuell stehen unsere Mitglieder vor einer Vielzahl drängender Herausforderungen. Unsere Umfragen ergeben, dass die überbordende Bürokratie und die Unberechenbarkeit der Wirtschafts- und Finanzpolitik die größten Investitionshemmnisse für Familienunternehmen sind. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer beklagen, dass politische Entscheidungen oft kurzfristig, widersprüchlich und stark regulierend getroffen werden – das erschwert langfristige Planungen erheblich. Hinzu kommen strukturelle Belastungen wie ein hochkomplexes Steuerrechtregulatorische Unsicherheiten, sowie ein überreguliertes Arbeitsrecht, das regelmäßig zu den Top-5-Hemmnissen zählt. Auch die mangelhafte Digitalisierung der Verwaltung und die hohen Energiepreise wirken sich negativ auf Investitionsentscheidungen aus. Diese komplexen Aufgaben verlangen nach praxisnahen Lösungen und einem klaren und durchdachten politischen Kurs – dafür engagieren wir uns als Familienunternehmer mit Nachdruck.

Welche Ziele und Pläne haben „Die Familienunternehmer“ für die Zukunft?

Wir setzen uns dafür ein, die Stimme des Mittelstands weiter zu stärken – sowohl auf regionaler, Landes- als auch auf Bundesebene. Unser Verband will die Rahmenbedingungen für Familienunternehmen in Rheinland-Pfalz und in ganz Deutschland aktiv mitgestalten, den Dialog mit der Politik intensivieren und junge Unternehmergenerationen für Engagement und Verantwortung begeistern. Uns leitet unser Motto #DasWirInWirtschaft – gemeinsam für eine starke, nachhaltige und freie Wirtschaft.

 

Drei persönliche Fragen an Melanie Junglas-Mummert

 

Was zeichnet Sie als Person aus?

Empathie, Optimismus, Neugierde, Tatkraft und der Wunsch zu gestalten

Was motoviert Sie?

Ich engagiere mich im Verband, weil wir uns als Unternehmer zu Wort melden müssen. Es braucht unsere Erfahrungen aus der Wirtschaft, um eine bessere Politik zu erreichen. Ich erlebe immer wieder, wie wichtig es ist, verantwortlichen Politikern konkrete Beispiele aus dem eigenen Unternehmen zu geben, bezüglich der absehbaren Auswirkung von geplanten Neuregelungen oder der negativen Wirkung bereits bestehender schlechter Gesetze und Verordnungen.

Was ärgert Sie?

Eine Staatsquote, die aus dem Ruder läuft
Die Staatsquote in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren um fast fünf Prozentpunkte auf 49,3% im Jahr 2024 gestiegen, und das nicht wegen dringend nötiger Investitionen. Stattdessen wuchsen die konsumtiven Ausgaben z.B. Personalausgaben, Subventionen und Sozialleistungen wie Renten, Arbeitslosengeld, Bürgergeld überproportional, die von immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Unternehmen, insbesondere dem Mittelstand, getragen werden mussten.

Bürokratie statt Fortschritt
Hinzu kommt ein überbordender bürokratischer Aufwand: komplizierte, intransparente Vorschriften, kleinteilige Kontrollen durch ineffiziente Behörden. Das bremst Innovation, lähmt Wertschöpfung und macht uns im internationalen Wettbewerb zunehmend unbeweglich.

Wir brauchen strukturellen Wandel
Was wir brauchen, sind einfache, verständliche Gesetze, besonders im Steuer- und Sozialrecht, mit weniger Ausnahmen und klarer Anwendbarkeit. Der Fokus muss wieder auf Leistung, Unternehmertum und Eigenverantwortung liegen.

„Weniger Staat – mehr Eigenverantwortung“
Das ist kein neues Schlagwort, sondern ein bewährtes Prinzip Schon in den 1950ern war es Leitmotiv des Wiederaufbaus nach dem Krieg. In den 1980ern setzte Helmut Kohl auf Liberalisierung und Deregulierung, unter Schröder wurde mit den Hartz-Reformen die Eigenverantwortung im Arbeitsmarkt gestärkt.

Mut zur Veränderung
Was heute oft fehlt, ist Mut: Mut zur Leistung, zur Selbstständigkeit, zur Veränderung. Wir brauchen wieder Vertrauen in die Kraft des Unternehmertums und eine Politik, die Macherinnen und Macher nicht ausbremst, sondern fördert und ermutigt.

 

Quele: RZ Wirtschaft Ausgabe 04/2025